Med610

Med610 ist ein transparentes und biokompatibles Material für PolyJet-Anlagen der Firma Stratasys. Auf Grund der guten Formstabilität, der Verarbeitung durch hoch genaue Anlagen und der Bioverträglichkeit eignet es sich besonders für medizinische Anwendungen im Additive Manufacturing.

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patientenspezifisches Becken aus Med610

Einsatzbereiche:

Mit Med610 steht ein transparentes und biokompatibles Material zur Verfügung welches über fünf medizinische Zulassungen, einschließlich Zytotoxizität, Genotoxizität, Typ-IV-Allergie, Irritation und Kunststoffe nach USP Class VI verfügt. Es eignet sich daher besonders für den Einsatz in der Medizin und im Dentalbereich. Das Material lässt sich bislang nur im Rahmen des PolyJetting verarbeiten und ist ein Produkt der Firma Stratasys. Die so hergestellten transparenten Modelle verschaffen damit ein gutes Verständnis der Situation einer pathologischen Region und helfen komplexe Eingriffe besser zu planen. Darüber hinaus können aus dem Material diverse Surgical Guides wie Bohr- und Schittschablonen  (sogeannte Drill- and Cutting Guides) oder Dummies gefertigt werden. Da die Modelle sterilisierbar sind, können sie bei Operationsplanung und -durchführung intensiv einbezogen werden und während komplexer Eingriffe als Referenzmodelle dienen.

Materialeigenschaften:

  • gut geeignet für transparente Objekte
  • steif und strapazierfähig
  • gute Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • Biologische Tests:
    • Biokompatibilität entsprechend der Norm ISO EN ISO 10993-1
    • Anerkannte Tests auf Zytotoxizität, Genotoxizität, Typ-IV-Allergie, Irritation und Kunststoffe nach USP Class VI (beinhaltet Tests bzgl. Irritation, akuter systemischer Toxizität und Implantation)

Das Material Med610 eignet sich damit für den Hautkontakt von bis zu 30 Tagen bzw. 24 Stunden bei Schleimhäuten.

 

Post-Processing:

Modelle müssen im anschließenden Post-Processing gereinigt, desinfiziert und sterilisiert werden um im klinischen Umfeld eingesetzt zu werden.

Die Sterilisation der Modelle sollte in dafür qualifizierten und zertifizierten Einrichtungen vorgenommen werden. Als mögliche Sterilisationsverfahren stehen die üblichen Verfahren zur Verfügung, wobei gerade bei Temperaturabhängigen Verfahren die vergleichsweise geringe Temperaturbeständigkeit von 45°C – 50°C beachtete werden muss.  Erste Tests im Autoklaven zeigten, dass dünnwandige Strukturen (weniger als ca. 1,5mm) den Belastungen nicht stand halten während sich dickwandige Objekte durchaus über das Verfahren sterilisieren lassen. Auf Grund der USP Klasse VI und der Biokompatibilität können die Modelle im Operationssaal sowie im Kontakt mit dem Patienten eingesetzt werden.

Die Modelle sollten trocken und kühl gelagert werden. Im Tageslicht gewinnen die Objekte an zusätzlicher Transparenz. Die Bauteilgenauigkeiten und Maßhaltigkeit werden dadurch aber nicht beeinflusst.

 

Technische Daten:

Technisches Datenblatt Med610

Technische Daten Med610; Quelle: Stratasys